Canada Whale Night 2007
Charity Gala zum Schutz der Wale
Walblog
Im Walblog möchten wir Sie über die Arbeit der Organisatoren der Canada Whale Night 2007 auf dem Laufenden halten - und gewähren Ihnen intime Einblicke in das Leben von SPRINGER, dem Wal aus British Columbia, der innerhalb der Gala eine besondere Rolle spielen wird.
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Freitag, 19. Oktober 2007
Mittelmeer und Schwarzes Meer: Schritt 1
Am Sonntag geht es auf nach Dubrovnik wo am Montag, den 22. Oktober, die 3. Vertragsstaatenkonferenz des Wal- und Delfinschutzabkommens im Mittelmeer und im Schwarzen Meer (ACCOBAMS) beginnt. Diese Konferenz ist für uns der erste Schritt in unserer Kampagne in der wir uns zum Ziel gesetzt haben, signifikante Verbesserungen für die Meeressäuger in der Region zu erwirken.
Es ist immer schwierig einen Ausblick und Einschätzung über den Ausgang dieser Konferenz zu geben. Ich bin eigentlich überzeugt, dass zumindest einige progressive Entscheidungen getroffen werden, doch genau hier liegt der kritische Punkt:
Auch in der Vergangenheit, insbesondere bei der 2. ACCOBAMS Konferenz, die 2004 in Mallorca stattfand, wurden wichtige Entscheidungen (30 Resolutionen!) getroffen und die Staaten verpflichten sich zu zahlreichen notwendigen Schritten. Doch was ist seither geschehen? Wenn man es positiv betrachtet würde ich sagen „kaum etwas“. Ein saloppes „Nichts“ würde den Nagel wahrscheinlich besser am Kopf treffen, doch dann würden die einigen wenigen positiven Entwicklungen, wie z.B. erste Regelungen gegenüber dem Schiffsverkehr in der Straße von Gibraltar durch Spanien, negiert und das wäre ebenfalls nicht ganz fair.
Betrachten wir an dieser Stelle nur ein Fallbeispiel, nämlich jenes der Meeresschutzgebiete:
Bereits im ersten ACCOBAMS Aktionsplan, in dem Schwerpunkte für den Zeitraum 2002 bis 2006 festgelegt wurden, sieht die Einsetzung strikter Schutzmaßnahmen für Populationen in wichtigen Habitaten vor, die besonders stark gefährdet sind.
Hierzu zählen insbesondere vier Regionen:
-) die Gewässer vor Kalamos im östlichen Ionischen Meer vor Griechenland für den Schutz des Gemeinen Delfins
-) die ukrainischen Gewässer der südlichen Krim für den Schutz von Schweinswalen und von Großen Tümmlern
-) Hochseegebiete südlich von Kreta, Griechenland, für den Schutz von Pottwalen
-) das Loœinj-Ères Archipel, Kroatien, zum Schutz der lokalen Großen Tümmler Population
Lediglich in Kroatien hat sich zumindest am Papier in so fern etwas getan, dass die Ausweisung eines Teilgebietes zum Schutzgebiet festgehalten wurde. Der Aktionsplan wurde im Jahr 2002 bei der ersten ACCOBAMS Konferenz beschlossen. Effiziente Managementpläne, wie man menschliche Aktivitäten reguliert, um in diesen wichtigen Habitaten das Gefahrenpotential für die lokalen Meeressäugerpopulationen zu reduzieren, liegt kein einziger vor.
Anlass zur Frustration?
Warum? Wale und Delfine haben keine Wahl und wenn man diesen Tieren helfen möchte, darf man hier den Kopf nicht hängen lassen. In den vergangenen Jahren hat WDCS-Experte Erich Hoyt basierend auf den vorliegenden wissenschaftlichen Daten eine Karte entwickelt, die eindeutig darlegt, welche Gebiete im Mittelmeer und im Schwarzen Meer besonders wichtige und kritische Lebensräume für Wale und Delfine darstellen.
http://www.wdcs-de.org/docs/MPA_Map_FINAL_Sept07.pdf
Hier muss uns Fokus liegen, Schutzgebiete auszuweisen und vor allem strikte Managementpläne umzusetzen. Umsetzung, Vollzug und Kontrolle sind jene Aspekte, die es gilt, um Meeresschutz effizient zu machen. Alles andere bedeutet das Kreieren bedruckten Papiers für die Schublade.
Dieser Schutzgebietvorschlag wurde 2006 vom ACCOBAMS - Wissenschaftsausschuss angenommen und zur Annahme und Umsetzung den Vertragsstaaten empfohlen. In der kommenden Woche wird sich zeigen, ob die Staaten sich dazu verpflichten. Die wahre Prüfung käme danach.
Aber nun gilt es die erste Hürde zu nehmen.
Ihr
Nicolas Entrup